Anzeige wg. Rodung am Bahnhof März 2020

Im Außengelände dürfen grundsätzlich keine Zäune aufgestellt werden, auch Hütten und Müllablagerungen sind verboten. Am Bahnhof in Mühltal wird dagegen verstoßen, welches uns veranlasste, eine Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) zu stellen.

Rodung Bf-Gelände März 2020
Rodung für eine fragwürdige Bebauung des Bahnhofgeländes im März 2020. Der Steinbruchverein lehnt eine Bebauung aus Naturschutzgründen entschieden ab.

Zudem wurde am ersten Samstag im März, also nach Beginn der Brut- und Setzzeit etwa die Hälfte der Fläche gerodet. Bodenbrüter finden keinen Unterschlupf mehr, die natürliche Sukzession der letzten Jahre wurde auf dem vorderen Teil des Geländes vernichtet und die Biotopvernetzung zwischen dem VSG im Steinbruch und dem Vogelschutzgewässer im Mittelbachtal ist gefährdert bzw. nicht mehr vorhanden.

Am Bahnhof in Mühltal, genauer auf dem Plateau östlich des Güterschuppens, befinden sich nicht genehmigte Zaunelemente, Müll sowie eine Hütte im Außenbereich. Auch an der Bahnlinie, die ca. 2 m unterhalb des Geländeniveaus verläuft, befindet sich ein weiteres Zaunelement, welches im Außenbereich so nicht zugelassen ist.

Zaunelement, Müll und illegale Hütte am Bahnhof Mühltal
Zaunelement, Müll und illegale Hütte am Bahnhof in Mühltal, von dem Bahngleis aus gesehen

Wir, der Verein zur Erhaltung von Natur und Landschaft in und um das NATURA-2000-Vogelschutzgebiet Steinbruch Nieder-Ramstadt (Steinbruchverein) e.V. forderten Herstellung (bzw. Wiederherstellung) des ursprünglichen naturnahen Zustands, der Entfernung aller Fremdkörper (Zaun, Müll und Hütte). Die UNB wurde aufgefordert, uns ggf. zuvor erteilte naturschutzrechtliche Genehmigungen zuzusenden. Das hat sie nicht gemacht, folglich gibt es keine solche Genehmigungen (die nach Feb. 2016 erstellt wurden). Im Antwortschreiben wird lediglich ein Ergänzungsbescheid und eine Ersatzzahlung durch die Voreigentümer erwähnt.

Im Antwortschreiben der Untere Naturschutzbehörde wird nur auf einen Teil der angezeigten Punkte eingegangen. Es gab einen Ortstermin mit dem Eigentümer und mit Hessenforst, bei dem u.a. festgestellt wurde, dass „der größte Teil des noch bestehenden Baumbestands auf den beiden Parzellen als Wald im Sinne des Forstrechts eingestuft ist“. Der Gehölzaufwuchs wäre außerhalb der Schonfrist (nachgewiesen eine Fotodokumentation) beseitigt worden, so die Information der UNB.